Gibraltar 2

Mittwoch, 13.11.2024, Gibraltar

Wir schlendern von einem höchsten Punkt zum nächsten und genießen die Fernsicht in alle Richtungen, auch wenn die doch deutlich getrübt ist und die Regenfront immer näher zu rücken scheint.


So lange man sich entlang der Kammlinie bewegt, sind die Niveauunterschiede gar nicht so groß.

In Richtung Tropfsteinhöhle müssen wir dann aber doch ein ganzes Stück hinabsteigen und ob wir diese Höhe noch einmal zurückgewinnen wollen, um andere interessante Punkte zu sehen, davon sind wir noch nicht so ganz überzeugt. Was wir noch nicht ahnen. Diese Entscheidung wird uns gleich abgenommen. 

Schließlich haben wir unseren Wetterkredit für heute aufgebraucht. Es beginnt ordentlich zu regnen. Zum Glück haben wir die großen Schirme dabei, so kann uns der Regen, abgesehen von den Füssen nicht so viel anhaben.

Glück haben wir auch noch, denn wir befinden uns kurz vor der Saint Michael's Höhle, da lässt sich das Niederschlagsereignis doch erst einmal gut überbrücken. Die Höhle ist ebenfalls durch das Kombiticket abgedeckt, also geht es hinein und wir sind einigermaßen überrascht, dass es so weit oben im Fels eine so große Höhle gibt.

Überwiegend sind Stalaktiten zu sehen, die eine ordentliche Größe erreichen.

So richtig in Szene gesetzt werden sie allerdings erst durch eine vielfarbige Lichtshow, ansonsten wären sie relativ einheitlich schmutzig hellgelb und könnten alleine durch ihren filigranen Bau und die Größe beeindrucken.

Die Lichtshow aber macht in Verbindung mit den Audioelementen ein kleines Spektakel daraus. Das kann man sich in Stuhlreihen sitzend wie in einem Kino in aller Ruhe anschauen. Einen Haken hat die Sache aber doch. Bei Regen dringt das Oberflächenwasser recht schnell durch das geringmächtige Deckgebirge und nässt die Stuhlreihen ein, sodass man nicht überall sitzen kann.

Heute gibt es aber genügend trockene Plätze. Die Lichtshow sehen wir uns gleich zweimal an in der Hoffnung, der Regen draußen möge enden.

Als wir nach draußen gehen, erfüllt sich unsere Hoffnung leider nicht. Lange stehen wir im Schutz des Höhlenausgangs und warten mit anderen Besuchern, dass der Regen endlich aufhört. Eine Regenpause verspricht Besserung. Wir wollen uns nun noch die 500 m nordwestlich der Höhle gelegene Windsor Suspension Bridge ansehen und später vielleicht noch die Tunnel ganz im Norden des Affenfelses besichtigen. Also marschieren wir weiter den Berg hinunter auf die untere Ebene des Rundweges. Doch wir haben uns zu früh gefreut. Mitten auf der Strecke fängt es wieder an zu schütten und als wäre das nicht genug, entwickelt sich auch noch ein ordentliches Gewitter.

 

An Sightseeing ist jetzt aber nicht mehr zu denken. Wir suchen nur noch unseren Weg hinunter in die Stadt und sind froh, als wir die ersten Gebäude erreichen. Und man glaubt es kaum. Gerade unten angekommen endet der Regen und der Himmel wird wieder blau. Ist jetzt auch egal, wir wären ohnehin nicht mehr nach oben zur Seilbahn oder dem Tunnel gelaufen, die vielen Kilometer, die wir auch so heute schon wieder gelaufen sind, stecken uns inklusive der Steigungen ganz schön in den Knochen und wir sind angesichts der schlechten Wetterbedingungen noch ganz zufrieden mit der Ausbeute an Fotos.

Hier haben wir Gibraltar bereits wieder verlassen und befinden uns auf der spanischen Seite der Grenze in der Stadt La Línea de la Concepción. Unweit unseres Stellplatzes befinden sich hier in der nördlichen Verlängerung der Gibraltar Passport Control Station in der Avenida Veinte de Abril einige Verkaufsstände.

Wir sind, wie so oft wieder einmal zur falschen Zeit vor Ort und so bekommen wir nur einen sehr eingeschränkten Einblick in das lokale Angebot an Waren und Dienstleistungen.

Als wir am Abend auf dem Stellplatz zurück sind, treffen wir noch einen Engländer. Er erzählt uns eine lustige Story. Er sei ebenfalls auf dem Berg gewesen und habe anschließend wieder mit der Seilbahn nach unten fahren wollen. Da habe man ihm mitgeteilt, dass die Seilbahn wegen des starken Windes aktuell nicht fahren könne, er solle doch lieber einen der Kleinbusse nutzen. Als er die dann erreicht hatte, fuhren die ebenfalls nicht und er musste hinunterlaufen, obwohl er bezahlte Tickets hatte. Also beim Kassieren ist man in Gibraltar groß, bei Kostenerstattungen für nicht erbrachte Leistungen sieht es dagegen relativ schlecht aus.

 

Direkt am Jachthafen gelegen, macht der Stellplatz einen sehr ordentlichen Eindruck und ist richtig groß. Personal ist hier keines, alles läuft über Scanner und Ticketausgabe.

 

Einmal drinnen dürfen wir uns einen Stellplatz an der Wasserlinie aussuchen. Das klappt aber wohl nur in der Nebensaison. Weitere Plätze stünden allerdings auf einem benachbarten, etwas zurückgesetzten Parkplatz zur Verfügung.

Auf dem weitläufigen Gelände ist erst einmal keine VE-Station zu finden, die entdecken wir aber später bei einem kleinen Rundgang.

Der Schwarzwassereinlauf neben dem Grauwasserablauf.

Auch seiner schmutzigen Wäsche kann man sich hier entledigen.

Der wirklich schöne Jachthafen gegenüber des Stellplatzes.

Kaum zu glauben, am Abend erleben wir noch einen recht schönen Sonnenuntergang.