Sonntag, 10.11.2024, Jerez de la Frontera
Übersichtskarte Jerez de la Frontera mit der Lage des Stellplatzes (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Wir verlassen unser kostenloses Quartier vor der Guardia Civil in Matalascañas und fahren gegen 10:00 Uhr weiter in Richtung Jerez de la Frontera, wo wir zwischen 12 und 13 Uhr eintreffen. Jerez selbst ist eher eine Bauchentscheidung, so richtig begeistern konnten uns die Bilder im Netz nicht. Was aber ganz interessant sein könnte, ist der Stellplatz im Norden der Stadt. Dem ist nämlich eine Womostorage und ein kleiner Reparaturbetrieb angeschlossen, in dem man Notfallreparaturen machen lassen kann. So weit weg von der Heimat kann das sehr wichtig werden, deshalb will sich das Michael unbedingt einmal ansehen.
Wie alle Neuankömmlinge werden wir in der Hauptstadt des Sherrys mit einem Glas Sherry empfangen, wahlweise trocken oder lieblich. Da wir von Madeira den Portwein kennen und der absolut unseren Geschmacksnerv trifft, entscheiden wir uns für die liebliche Variante und finden die so gut, das wir uns für den Abend gleich noch eine Flasche mitnehmen.
Was die Bezahlung angeht, wird übrigens nicht sofort, sondern erst bei der Abreise abgerechnet. Egal welche kostenpflichtigen Leistungen man benötigt, alles wird angeschrieben und bei der Abreise zusammengefasst abgerechnet. Dazu sind die Jungs äußerst nett und beantworten alle Fragen, die man bezüglich der Stadt hat. Wir erhalten außerdem einige Tipps für den Stadtbesuch und der Bus fährt unweit des Stellplatzes ab. Beachtet dabei aber, dass die Haltestelle gewissermaßen auf der falschen Seite stadtauswärts liegt. Der Bus fährt von dort aus noch ein kurzes Stück in die falsche Richtung, wendet dann und fährt stadteinwärts. Man kann bis zur Endstation mitfahren und dort auch wieder einsteigen und man ist sofort im Zentrum der Altstadt.
Unser Rezeptionist von gestern war heute Morgen nicht da, aber Pablo war genauso auskunftsfreudig und so konnte ich noch einige Dinge abklären. Wer hier unten ein Problem mit dem Aufbau hat, dem kann in vielen Fällen in der dem Platz beigeordneten Werkstatt geholfen werden. Wenn ihr also hier im Raum seid und habt ein echtes Problem mit dem Aufbau versucht es mal in dieser Werkstatt, die wird vielfach gelobt und wir können das nur bestätigen, soweit des die Betreuung der Besucher angeht. Reparaturarbeiten, die kein sofortiges Handeln erforderlich machen, können allerdings nur nach Terminvereinbarung durchgeführt werden, weil es eine lange Warteliste für Reparaturarbeiten gibt. Für Probleme, die den Motor betreffen, fühlt man sich hier nicht zuständig. Und die Jungs hier haben noch einen großen Vorteil. Sie können Englisch. So kann man sich doch deutlich besser verständigen, als das mit Spanisch möglich wäre.
Mit 15 Euro pro Nacht finden wir den Platz ordentlich bepreist. Schließlich kostet 5 Minuten Duschen lediglich 1 €. VE und
Strom sind im Preis drin. Außerdem kann man aktuell für 4 € waschen und den Trockner so lange laufen lassen, bis die Wäsche wirklich trocken ist.
Ungünstig fanden wir, dass man u. U. Recht eng steht und dass man die Stromkabel vielfach über die Fahrstraßen legen muss, sodass der ganze Fahrzeugverkehr darüber rollt und die Kabel auf Dauer dadurch beschädigt werden können. Zumindest in der Nebensaison achten die Jungs darauf, dass die Fahrzeuge nicht unmittelbar nebeneinanderstehen, sondern nur jeder zweite Platz besetzt ist, da kann man zur Not sogar mal den Klappstuhl vor die Tür stellen. Klappstühle auf Asphalt ist allerdings nicht unser Ding, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Uns ist noch aufgefallen, dass im hinteren Teil des insgesamt doch recht großen Geländes sehr viele Wohnmobile und Wohnwagen
abgestellt sind. Das sind Fahrzeuge von Leuten aus ganz Europa, die diese hier unten in ihrer Abwesenheit belassen und bei Bedarf dann wieder abholen. Für das Abstellen der Fahrzeuge werden aktuell 80 € pro Monat berechnet. Da könnte man sich tatsächlich einmal überlegen, das Fahrzeug über Weihnachten hier stehen zu lassen, für drei Wochen heimzufliegen und danach den Urlaub im schönen warmen Süden fortzusetzen. Wenn es richtig
gut läuft, werden in der Zwischenzeit auch noch kleinere Defekte am Aufbau behoben. Der Platz ist allerdings gerammelt voll, deshalb sollte man sich rechtzeitig anmelden, wenn man solche
Absichten hegt. Geprüft haben wir es nicht, Pablo meinte aber, es gebe günstige Flüge von Jerez de la Frontera nach Frankfurt am Main.
Die Grauwasserentsorgung liegt etwas versteckt im Storagebereich der Wohnmobile.
Wenn wir ein neues Ziel erreichen, sind wir immer ganz neugierig, was es dort wohl zu sehen gibt und so machen wir uns am Nachmittag auch gleich noch einmal auf den Weg in die Stadt. Unser Start ist etwas holprig, denn wir nehmen den falschen Bus. Der bringt uns nicht ins Stadtzentrum, sondern an den Bahnhof, den wir hier im Bild sehen. Das macht aber nichts, denn von hier aus ist die Altstadt fußläufig zu erreichen.
Vom Bahnhof bis zur nächsten interessanten Location dauert es eine ganze Weile. Erst an der Plaza las Angustias, unweit der Calle Corredera greift Michael wieder zum Foto.
Die Markthalle von Jerez de la Frontera, leider wieder einmal zur falschen Zeit. Da können wir uns nur Appetit für den nächsten Besuch holen.
Das Restaurante El Gallo Azul, eingerahmt von der Calle Larga (links) und Calle Santa Maria (rechts).
Der Fuente de la Rotonda de los Casinos (Casino-Rotundenbrunnen). Hier befindet sich die Endstation des Busses, der zum Stellplatz zurückfährt und den
wir eigentlich hätten nehmen müssen.
Restaurant in der Calle Conde Cañete del Pinar, unweit Plaza de la Yerba (Altstadt).
Das Rathaus von Jerez de la Frontera (Ayuntamiento de Jerez) an der Plaza de la Yerba gelegen mit einem hübschen Innenhof, ziemlich versteckt mitten in der Altstadt.
Die Kathedrale von Jerez de la Frontera.
Gleich neben der Kathedrale befindet sich der Alcázar de Jerez de la Frontera.
Zu dieser späten Stunde ist der Alcázar natürlich längst geschlossen, aber auch von außen durchaus schön anzuschauen.
Wir umrunden den Alcázar, erreichen die Fuente de la calle Puerto und blicken von dort auf die Stadtmauer und sechseckiger Turm des Alcázar. Von hier aus geht es zurück zur Endhaltestelle unseres Busses.
Die Fuente de la Rotonda de los Casinos an der Endhaltestelle unseres Busses. Für einen ersten Eindruck haben wir schon einiges mitnehmen können. Für eine abschließende Beurteilung, ob sich ein Besuch der Stadt lohnt, reicht das aber nicht.
Wir warten nun noch auf die Buslinie 16, die uns zum Stellplatz zurückbringt. Der Einzelfahrschein kostet uns 1,20 €.
Montag, 11.11.2024, Jerez und Tarifa
Heute geht es Michael wieder einigermaßen gut. Der Sherry hat wohl den Virus gekillt. Und nachdem uns gestern Nachmittag
Jerez de la Frontera nicht so richtig überzeugen konnten, haben wir uns heute Morgen entschieden weiterzufahren. Da wir gestern den Stellplatz nicht fotografieren konnten, machen wir noch schnell
die Runde und nehmen alles auf (Fotos vom Anfang dieser Seite). Danach entsorgen wir, bunkern Trinkwasser und begleichen unsere Rechnung. Eigentlich würde Michael gerne auch noch etwas von dem süßen Sherry mitnehmen, doch die Rezeption hat keine Flaschen mehr vorrätig und eine Abfüllung in Plastikbehälter ist uns ein zu
großer Stilbruch. Schon beim Gedanken an den Plastikwein vergeht einem der Appetit. Die Einheimischen haben damit übrigens kein Problem, der Wein ist dann halt deutlich
billiger.
Pablo hilft uns aus der Patsche und gibt uns die Adresse der Winzergenossenschaft, von der er den Wein bezieht. Dann sagt er uns noch worauf wir achten müssen und entlässt uns in die Weiten Andalusiens. Mit Google suchen wir uns rasch die günstigste Anfahrt und fahren los in richtung der Kooperative im Südwesten der Stadt.
Lage der Winzergenossenschaft (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Der Wein ist bei der Kooperative naturgemäß noch etwas billiger als bei Pablo. Wer also größere Mengen ordern möchte, dem empfehlen wir, direkt zur Kooperative zu fahren. Und wer es ganz besonders billig haben möchte, der kann sich den Wein ja auch in Plastikflaschen abfüllen lassen, dann kosten 2 Liter aktuell etwas mehr als 8 €. Uns kostet die Flasche mit 0,75 Liter Inhalt 5,50 €, da nehmen wir gleich mal 6 Flaschen mit.
Rundherum zufrieden verlassen wir Jerez de la Frontera. Mit dem Wein im Kofferraum haben wir einige schöne Erinnerungsstücke im Gepäck. Bei der Crew des Stellplatzes dürfen wir uns noch einmal ganz besonders herzlich für die vielen Informationen und den warmen Empfang bedanken. Wir kommen wieder!